Samstag, 26. November 2016

B wie BrewDog: eine Love Story in 5 Kapiteln

Das Buch


Im vergangenen Sommer beauftragte mich der Redline Verlag in München, das Buch Business for Punks von James Watt ins Deutsche zu übersetzen. Eine willkommene Abwechslung, denn anders als in den sonst eher trockenen Business-Büchern wird hier auch mal deftig geflucht, sarkastisch gewitzelt und verschmitzt mit den Augen gezwinkert.

James Watt und sein bester Freund Martin Dickie begannen 2004 in der sprichwörtlichen Garage mit dem Brauen von Bier, immer dabei ihr Hund, der dem Unternehmen später zum Namen verhalf. Mit Witz, Frechheit und unkonventionellen Geschäftsideen bahnten die beiden Punks sich ihren Weg nach ganz oben. Mittlerweile betreiben sie rund 50 BrewDog-Bars weltweit, haben über 500 Mitarbeiter und mehr als 30.000 Anteilseigner.

Wie man sich selbst treu bleibt, Fans statt Käufer gewinnt und dabei rasante Erfolge erzielen kann, beschreibt James in Business für Punks auf amüsante und typisch britische Art. Das Buch wurde inzwischen in 15 Sprachen übersetzt, und wie James mir erzählte, sollen die meisten Übersetzer über diese Arbeit gestöhnt haben. Keine Ahnung wieso, ich hab davon nur Durst bekommen!

Leser und Autor





Finde die Unterschiede!


Die Bar


Im November hat nun endlich auch in Berlin eine BrewDog-Bar ihre Zapfhähne geöffnet. Das lange Warten hat sich gelohnt. In der Ackerstraße 29 in Mitte findet der durstige Gast eine großzügige, gemütlich eingerichtete Location; an wärmeren Tagen kann er auch vor der Tür oder hinter dem Haus im Biergarten trinken und essen.

Drinnen wie draußen: Ackerstr. 29

Trinkstrategisch die günstigste Position

Hier kann man auch Grundlagen schaffen
 
Alter: gemischt

Rot und Gold mit WLAN

Lauschige Nischen für intimere Bedürfnisse

Wo gibt es so was schon noch?!

Networking included



Der Boss


Zur Eröffnung war auch TopDog James Watt angereist – um seine Berliner Biertrinker persönlich zu begrüßen, mit allen mal ein Schwätzchen zu halten, sein Buch zu signieren und bei einer Lokalrunde (ausgeschenkt wurde der Headliner Punk IPA) auf die Theke zu springen, um eine kleine Ansprache zu halten.

James ist so bodenständig, freundlich und charmant, wie man das als Chef eines internationalen Imperiums überhaupt sein kann. Und was die Berliner besonders begeisterte: Er spricht hervorragend und praktisch fehlerfrei Deutsch. (Das Geheimnis: ein sechsmonatiger Aufenthalt in Dortmund und eine deutsche Exfreundin.)


Fantalk

Konzernchef zum Anfassen



So sieht ein zufriedener Barbesitzer aus

Auf eine glänzende Zukunft!





Und schwupp! 

Das Bier


Natürlich braut auch BrewDog nach dem Reinheitsgebot. Trotz ihrer schrägen Namen wie Dead Pony Club, Cocoa Psycho oder Elvis Juice finden sich in BrewDog-Bieren keinerlei Zusatz- oder Konservierungsstoffe, nur Hopfen, Malz, Hefe und Wasser. Dass sie trotzdem eine absolute Geschmackssensation darstellen und – genau wie edle Weine – an Mango, Rauch, Lychee oder Schoko-Vanille erinnern, ist eben das Geheimnis ganz großer Braukunst!

Übrigens bekommt man bei BrewDog Berlin nicht nur 30 Biere vom Fass, sondern auch jede Menge Flaschen- und sogar Dosenbiere, sowohl von BrewDog als auch von anderen Craft-Beer-Brauereien. Konkurrenzdenken gibt es in dieser Branche offenbar nicht. Wie James mir erzählte, ist er befreundet mit dem Inhaber von Stone Brewing, einer amerikanischen Craft-Beer-Brauerei mit ebenfalls sehr empfehlenswerter Gastronomie in Berlin-Mariendorf, die Platz für 1.200 Gäste bietet. James hat ihr unmittelbar vor der abendlichen Eröffnung seiner eigenen Bar noch einen Besuch abgestattet. Witzig: So wie BrewDog sich am Punk orientiert, spielt Stone Brewing mit der Rocker-Ästhetik.

Ehe der Gast aus der BrewDog-Bar torkelt, sollte er sich unbedingt noch ein paar Andenken mitnehmen: gut gekühlte Craft-Beer-Flaschen oder -Dosen aus aller Welt für die Heimfahrt oder BrewDog-Merchandising wie T-Shirts, Schlüsselbänder, Flaschenöffner, Badges und Aufkleber für zu Hause.

Zum Mitnehmen

Jederzeit gern!

Hier gibt's auch was für Zöliakisten

Sieht gruselig aus, schmeckt aber lecker


Die Belohnung



Übersetzen macht Spaß, ist aber auch knallharte Arbeit, besonders bei knappen Deadlines, die ihren Namen keineswegs zufällig tragen. Da macht es natürlich doppelt Freude, wenn diese Leistung später honoriert und anerkannt wird, nicht nur in Form einer bezahlten Rechnung, sondern auch – wie bei BrewDog – in Naturalien. 

Meine persönliche Belohnung bestand in einem „Flotten Vierer“: je 0,2 Liter der BrewDog-Headliners Punk IPA (mein Favorit!), Dead Pony Club, 5am Saint und Jet Black Heart, einschließlich einer liebevoll handschriftlich notierten Namensliste, damit man weiß, was am meisten flasht. Hinzu kam dann noch die Lokalrunde, und ich kann sagen, dass ich nicht mehr ganz nüchtern war, als ich den langen Heimritt antrat. 

Aber eins kann ich versichern: BrewDog und Kater passen so wenig zusammen wie Hund und Katze! 

Kein Bier, sondern vier
James Watt: Business für Punks. Brich alle Regeln! Aus dem Englischen von Jordan T. A. Wegberg. Redline Verlag 2016, 256 S., 19,99 Euro

BrewDog Bar, Ackerstr. 29, 10115 Berlin, Öffnungszeiten: 10 bis 0 Uhr, Fr/Sa 10 bis 2 Uhr

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