Montag, 15. Januar 2018

Literaturporträt: Oliver Schlick

Foto: Fotostudio NEVA, Düsseldorf
Oliver Schlick ist studierter Sozialarbeiter und in der stationären Jugendarbeit sowie in der Flüchtlingshilfe tätig. Das sollte man vielleicht wissen, um die jugendlichen Protagonistinnen seiner Romane - alle weiblich übrigens - besser verstehen zu können: schräge, aber trotzdem sehr sympathische Charaktere mit einem liebenswerten Sprung in der Schüssel.




In Olivers Büchern für junge Erwachsene (und alle anderen) werden Grenzen überschritten, auch die der Welt, wie wir sie kennen. Doch wenn ein Autor sein Metier beherrscht wie er, kommt man da mit heiler Haut wieder raus und ist um eine vergnügliche Leseerfahrung reicher.

Die Buchstaben meines Vornamens stehen für folgende Eigenschaften:


Onbereschenbar (wie der Rheinländer in mir sagen würde)
Leidensfähig
Introvertiert
Vantasievoll  genug, um Vantasie auch mal mit V zu schreiben
Extrovertiert
Renitent

Diese drei Dinge habe ich gestern gelernt oder erfahren:


  1. Warum das Wow!-Signal Wow!-Signal heißt.
  2. Auch mit Anfang fünfzig nimmt das Maß an Weisheit nur bedingt zu, die Wachstumsgeschwindigkeit von Nasenhaaren dagegen rasant.
  3. Wow! Ich war tatsächlich so weise, Ersatzbatterien für den Nasenhaarschneider im Haus zu haben.


Diese drei Dinge zaubern mir zuverlässig ein Lächeln aufs Gesicht:


  1. Die Piccolotrompete in Penny Lane.
  2. Die Das ist so viel mehr als nur eine Tüte- Szene in Tatsächlich Liebe, in der Rowan Atkinson kurz davor steht, von Alan Rickman erwürgt zu werden.
  3. Regierende Schnapsnasen, die sich in tiefer Sorge um die Volksgesundheit gegen eine Cannabis-Freigabe für Erwachsene aussprechen. Wüsste man es nicht besser, könnte man glauben, die hätten was geraucht.


Hier bin ich am allerliebsten:


Foto: privat

Auf meinem Balkon. Mit Blick auf Stadttor und Fernsehturm.

Dafür bin ich dankbar:


Mit einer Frau verheiratet zu sein, die so nett ist, den Part der vernünftigen Person in unserer Beziehung zu übernehmen.

Mein derzeitiges Herzensprojekt ist:


Die nächste Geschichte — in der sich alles um die Zahl 11 dreht.

Meine Homepage/Facebook-Seite/mein Blog: 

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Smart Storys - Literatur für die Bahnsteigkante




Was machst du, wenn der Zug erst in 17 Minuten kommt, wenn du im Café auf deine Freunde wartest oder vor dem Postschalter in der Schlange stehst? Wie beschäftigst du dich im Wartezimmer deines Hausarztes oder während einer langweiligen Busfahrt?



Lesen ist eine gute Lösung, allerdings hast du nicht immer ein Buch dabei – oder du möchtest dich nicht zwischen Tür und Bahnsteigkante in einen 500-Seiten-Roman vertiefen.



Inzwischen gibt es eine Reihe von Kurzgeschichten-Apps für mobile Endgeräte, die diesem Dilemma abhelfen sollen. Die meisten davon haben allerdings zwei entscheidende Mängel:

  1. Die angebotenen Texte unterliegen keinerlei Qualitätskontrolle, weil jeder seine Hobbyschreibversuche unlektoriert hochladen kann. Sowohl thematisch als auch stilistisch haben sie nur wenig Überraschendes oder gar Anregendes zu bieten. Solltest du Wert auf Orthografie und Zeichensetzung legen, könnten sie deinen Blutdruck in schwindelnde Höhen treiben.
  2. Du weißt nicht im Voraus, wie lange du für das Lesen einer Geschichte brauchst, ob du also bis zum Erreichen deiner Zielhaltestelle mit der Lektüre fertig wirst. Unter Umständen wirst du nie erfahren, ob die schüchterne, wunderschöne junge Frau den gut aussehenden, erfolgreichen Mann kriegt – allerdings ist das im Grunde auch nicht so wichtig (siehe Punkt 1).


Der österreichische Smart Storys Verlag ist jetzt mit einer App an den Markt gegangen, die genau hier ansetzt. Er bietet anspruchsvolle Literatur anstelle von dilettantischer Fanfiction: Die über 700 Texte wurden mit größter Sorgfalt ausgewählt und lektoriert. Sie müssen bestimmte Kriterien wie Kreativität und Originalität erfüllen und dürfen gerne auch kritisch sein oder das Denken herausfordern. Bloße Unterhaltung kann man überall bekommen – Smart Storys will den Horizont der Lesenden erweitern und ihnen einen außergewöhnlichen Blickwinkel eröffnen.



Zur Auswahl stehen Texte von unter 5 oder unter 15 Minuten Lesedauer. Du bestimmst im Vorfeld, wie viel Zeit du aufwenden möchtest, und die App gewährleistet, dass du die Geschichte eine normale Lesegeschwindigkeit vorausgesetzt in diesem Zeitrahmen zu Ende lesen kannst.



Die Texte werden per Zufallsgenerator aufgerufen. Jedes Mal zeigt dir die App eine neue Kurzgeschichte an. So kannst du auf literarische Entdeckungsreise gehen, und zwar beliebig oft. Dir werden Themen und Autor(inn)en präsentiert, denen du sonst vielleicht niemals begegnet wärst, und anstelle vorkonfektionierter Massenware erhältst du eine handverlesene Kollektion sprachlich und inhaltlich anspruchsvoller kleiner Schmuckstücke.

Ständig wird das Angebot um weitere Geschichten erweitert. Die Autor(inn)en haben einen Verlagsvertrag und werden an den Umsätzen beteiligt; sie behalten die Druckrechte. Ein Link unter ihrem Text führt zu ihrer Vita und/oder auf ihre Website, sie können also durch die Kurzgeschichten auf sich und ihre weitere literarische Arbeit aufmerksam machen.

Die Smart-Storys-App für Smartphone, Tablet oder Laptop, eine Liste der beteiligten Autor(inn)en und Informationen zur Einreichung eigener Texte erhältst du hier: www.smartstorys.at.

Du hast es sicher schon geahnt: Auch ich habe eine Kurzgeschichte zum Literaturangebot von Smart Storys beigesteuert. Sie trägt den Titel Kontrolle.

Überraschenderweise geht es darin allerdings nicht um Schwarzfahrer.



Samstag, 16. Dezember 2017

Literaturporträt: Alice Gabathuler

Foto: Anastasia Kontoulis Delogu
Die Schweizer Autorin Alice Gabathuler ist durch eine Reihe von Jugendbüchern bekannt, in denen sie mit feinem psychologischen Gespür brandaktuelle Themen aufgreift und diese dann in eine spannende (Thriller-)Handlung verpackt. Kein Wunder, dass sie von einer Lesung zur nächsten geradezu weitergereicht wird!

(c) Alice Gabathuler


Seit kurzem ist sie auch als Verlegerin tätig und hat sich damit einen lang gehegten Traum erfüllt.

Wie sie es schafft, trotzdem noch ständig neue Romane zu schreiben, bleibt ihr Geheimnis - jedenfalls ist erst vor wenigen Monaten "Hundert Lügen" bei Thienemann erschienen.

(c) Alice Gabathuler



Die Buchstaben meines Vornamens stehen für folgende Eigenschaften:


Allzeitneugierig
Lebensfroh
Integer
Chaotisch
Emotional


Diese drei Dinge habe ich gestern gelernt oder erfahren:


  1. Mein Kopf kann definitiv das Wetter vorhersagen (was bei Föhnsturm und Schneefall doppelt weh tut).
  2. Ich bin von wundervollen Menschen umgeben.
  3. Ich habe das mit dem „Vormichherschieben“ immer noch nicht im Griff und werde es wohl auch nie in den Griff bekommen.


Diese drei Dinge zaubern mir zuverlässig ein Lächeln aufs Gesicht:


  1. Schöne Landschaften
  2. Witzige Texte
  3. Der Anblick unserer wunderbar ungenormten Kinder samt Anhang


Hier bin ich am allerliebsten:


Ui, das ist schwierig. Ich habe zwei Lieblingsorte: Schottland und das Val Lumnezia in der Schweiz. Ich häng dann mal ein Schottlandfoto an. Isle of Skye, meine Lieblingsinsel und gleichzeitig ein Schauplatz der Reihe Lost Souls Ltd.

(c) Alice Gabathuler


Dafür bin ich dankbar:


  • Meine Familie.
  • All die Jungs und die Mädels, die meine Lesungen besuchen und mir immer wieder klar vor Augen führen, warum und für wen ich schreibe. Sie sind eine riesige Energiequelle!
  • Meinen beiden Kollegen Tom Zai und Stephan Sigg, die mit mir zusammen den da bux Verlag gegründet haben und damit meinen Traum erfüllt haben, in einer Band zu spielen. Wir rocken Bücher, und das so richtig und richtig gerne.


Mein derzeitiges Herzensprojekt ist:


Im Augenblick fließt ganz viel meiner Energie und meines Herzblutes in die Eröffnung einer Galerie mit Schweizer Kinder- und Jugendbüchern im Val Lumnezia in den Schweizer Bergen. Und um Berge geht es auch in meinem Schreib-Herzensprojekt: Ich habe mir für mein nächstes Jugendbuch ein ganz spezielles Thema ausgesucht und freue mich darauf, es zu schreiben. Womit ich sehr elegant einen Weg gefunden habe, meinen zweiten Lieblingsort, das Val Lumnezia ebenfalls mit einem Bild vorstellen zu können.

(c) Alice Gabathuler




Freitag, 1. Dezember 2017

Literaturporträt: Christine Korte


(c) Christine Korte

Mit einem Porträt von Christine Korte beginnt die neue Blogserie Literaturporträts. Die Gymnasiallehrerin lebt in Ostfriesland und ist Mitglied im Freien Deutschen Autorenverband. Sie schreibt Gedichte, Kurzgeschichten, Abiturreden, Weihnachtsbriefe, WhatsApp-Nachrichten und gelegentlich auch Romane.

(c) Geest-Verlag

Am 20. Oktober ist im Geest-Verlag Christine Kortes erster Roman Tannenzwei erschienen. Die Buchpremiere in ihrer Heimatstadt Aurich war so erfolgreich, dass schon wenig später eine zweite Auflage gedruckt werden musste.


Die Buchstaben meines Vornamens stehen für folgende Eigenschaften:


Charmant 
Humorvoll
Realistisch 
Integer 
Selbstwirksam 
Tapfer
Interessiert 
Natürlich
Eloquent

Diese drei Dinge habe ich gestern gelernt oder erfahren:


1. Es ist total schön, nach einer ermüdenden Grippe-Woche wieder zur Arbeit gehen zu können.
2. Steve Jobs hat bereits nach dem ersten Semester sein Studium geschmissen.
3. Ich muss geduldig sein. Noch geduldiger.

Diese drei Dinge zaubern mir zuverlässig ein Lächeln aufs Gesicht:


  • der Blick meines Hundes Lisca, kurz bevor der Mann im Käsewagen auf dem Auricher Wochenmarkt eine Scheibe Gouda über die Theke wirft
  • Downton Abbey, the one and only Lieblingsserie
  • Abiturentlassungsfeiern

Hier bin ich am allerliebsten:


(c) Christine Korte


zu Hause in Ostfriesland


Dafür bin ich dankbar:


  • das Glück meines Sohnes,
  • am Leben zu sein,
  • dass mein anstrengender Beruf als Lehrerin so viel Glück für mich bedeutet,
  • Kreativität,
  • Käse, Äpfel,
  • Ostfriesland,
  • Freiheit, Demokratie, Recht, Frieden.

Mein derzeitiges Herzensprojekt ist:



ein zweiter Roman




Mittwoch, 29. November 2017

Neue Blogserie: Literaturporträts


In dieser Woche beginnt auf Schreib, so laut du kannst eine neue Blogserie mit Autorenporträts. In loser Folge stelle ich hier Autor(inn)en und andere Literaturschaffende vor.

Die Porträtierten füllen einen Fragebogen aus, der eine gewisse Struktur vorgibt, dabei aber der und dem Einzelnen genügend kreativen Freiraum lässt, um sich so zu präsentieren, wie es ihr oder ihm am besten gerecht wird.

Fotos und Coverabbildungen gehören natürlich mit dazu, wie ihr es von diesem Blog gewohnt seid.

Den Auftakt macht Christine Korte, deren erster Roman Tannenzwei vor wenigen Wochen im Geest Verlag erschien und schon nach kürzester Zeit in die zweite Auflage ging.

Viel Vergnügen mit den Literaturporträts!

Samstag, 9. September 2017

Alain Claude Sulzer: Die Jugend ist ein fremdes Land

Ein fremdes Land – das ist die Deutschschweiz der fünfziger und sechziger Jahre für viele Leser ganz gewiss, aber dies ist das Land, in dem Alain Claude Sulzer heranwuchs, und in seinem gerade erschienenen Buch Die Jugend ist ein fremdes Land bringt er sie uns in bezaubernden Erinnerungen und Anekdoten ein bisschen näher.



Sein jüngstes Buch ist aus einzelnen kleinen Texten entstanden, die Sulzer im Laufe der Jahre notiert, teils auch bereits in anderen Zusammenhängen veröffentlicht hat. Für eine Autobiografie fehlt ihm die chronologische Strenge, stattdessen erhalten wir durch den subjektiven Blickwinkel des Heranwachsenden ein sehr facettenreiches Bild des Umfelds, das ihn prägte. Familienangehörige und Nachbarn spielen darin eine ebenso wichtige Rolle wie Lehrer oder Geistliche und selbstverständlich das gesprochene und geschriebene Wort in all seinen Erscheinungsformen.

Sulzer beschränkt sich auf die Zeit vor seinem zwanzigsten Lebensjahr, denn wie der Autor einräumte, ist er selbst kein häufiger Leser von Biografien und beginnt sich spätestens dann zu langweilen, wenn der Erzähler diese Altersschwelle überschritten hat.



Die Journalistin Elke Schmitter moderierte die Buchpremiere im Literaturforum im Brecht-Haus und ging mit ihren Fragen noch weiter in die Tiefe. Doch Sulzer verfolgt mit seinen Texten weder das Ziel der Selbstentblößung noch der Analyse oder Erklärung seiner späteren Entwicklung. Stattdessen sind sie kleine literarische Kunstwerke, von musikalischer und präziser Sprache und einer gekonnten Balance zwischen dem Erzählten und dem Ausgesparten.

„Mein Großvater vererbte ihnen [den älteren Söhnen] alles, Max, sein dritter Sohn aus zweiter Ehe, erbte ein paar wertlose Grundstücke, auf denen man Kartoffeln pflanzen konnte“ (Szene auf dem Bauernhof, Seite 13).

Ein generationenüberspannendes Familiendrama, urteilsfrei und lakonisch in einen einzigen Satz verpackt – es gibt viele Passagen in Die Jugend ist ein fremdes Land, die ein mehrmaliges Lesen lohnen, um Sulzers ganze schriftstellerische Virtuosität zu erfassen.

Für Schreibende von besonderem Interesse sind natürlich jene Anekdoten, in denen Alain Claude Sulzer – der seinen Berufswunsch schon mit zehn Jahren klar benennen konnte – sich der Literatur annähert, sei es als kindlicher Leser und angehender Kritiker, sei es als jugendlicher Autor mit der rührenden Selbstüberschätzung eines betrunkenen Siebzehnjährigen.



Für die Moderatorin Elke Schmitter, die genau wie ich in Krefeld geboren wurde, blieben die Erinnerungen an die hermetische Sozialstruktur der Schweiz und ihre verkrusteten Regeln und Konventionen nach eigenem Bekenntnis exotisch. In mir brachten sie allerdings vieles zum Klingen, denn ich habe – wenn auch einige Jahre nach Sulzer – einen Teil meiner Jugend in der Innerschweiz verbracht. Für mich war es damals im wörtlichen Sinne ein fremdes Land; heute stoße ich in Alain Claude Sulzers Buch auf Vertrautes und zum Teil Vergessenes.


Auch ohne diesen besonderen Zugang ist Die Jugend ist ein fremdes Land, erschienen bei Galiani Berlin, eine lohnende Lektüre und ein ebenso amüsanter wie berührender Einblick in den frühen Werdegang eines wichtigen deutschsprachigen Autors der Gegenwart.  

Alain Claude Sulzer: Die Jugend ist ein fremdes Land, Galiani Berlin 2017, 222 Seiten

Freitag, 11. August 2017

Bühne frei! Eigene Texte vor Publikum lesen, Teil IV

Im letzten Teil meiner Blogserie zum Lesen vor Publikum geht es um das Signieren von Büchern, also den krönenden Abschluss einer öffentlichen Lesung. Die meisten von uns haben anderen Autoren schon mal dabei zugesehen – immer mit dieser Mischung aus Neid und Bewunderung – oder sich selbst eine Unterschrift vom Meister persönlich geholt. 

Aber jetzt bist du der Meister, und da kann es nicht schaden, dir ein paar Grundkenntnisse anzueignen!

Wohin mit der Signatur?


Die Diskussions- und Fragerunde zu deinem Buch ist vorüber, der Applaus ist abgeebbt, und dein Blutdruck kehrt allmählich zu einem gesunden Normalwert zurück. 

Im Idealfall sind deine Zuhörer jetzt so begeistert, dass sie dein Buch kaufen und zu Hause komplett lesen wollen. Die meisten Käufer freuen sich besonders über ein vom Autor handsigniertes Exemplar, denn wenn du mal so richtig berühmt bist, können sie es bei eBay zum zehnfachen Preis weiterverkaufen. Oder wenigstens in ihrem Bekanntenkreis damit angeben, dass sie dich schon gekannt und unterstützt haben, als du noch eine ganz kleine Nummer warst.

Aber was zum Henker schreibt man denn nun da rein – und wohin genau?

Die zweite Frage lässt sich etwas leichter beantworten. Normalerweise kommt die Signatur auf das sogenannte Titelblatt, also in den freien Raum unter dem gedruckten Buchtitel. Einige Autoren schreiben auch auf das Vorsatzblatt. Letztlich bleibt das dir überlassen, grundsätzlich gilt aber, dass die Signatur ganz vorne ins Buch gehört und das Cover unangetastet bleiben sollte.

Titelblatt


Vorsatzblatt


Und was schreibt man da so?


Schwieriger ist schon die Frage nach dem Was. Du kannst natürlich lediglich deinen Namen ins Buch schreiben; auch Name, Ort und Datum machen nicht allzu viel Mühe. Je länger die Schlange vor deinem Signiertisch, desto dankbarer bist du für eine zügige Abarbeitung deiner Schreibarbeit. Viele Buchkäufer geben dir auch bereits einen Wunsch an: „Schreiben Sie mal: für Najiyah!“ Hier solltest du unbedingt nach der korrekten Schreibweise des gewünschten Namens fragen, auch wenn es sich nur um eine Katrin, Cathrin oder Kathrin handelt.

Ich wurde auch schon mal gebeten, eins meiner Bücher mit den Worten „Für meine geliebte Mausi von deinem Bärli“ zu signieren, habe dies aber freundlich abgelehnt, da ich ja nicht Bärli bin und Mausi auch nicht unnötig nahetreten wollte.



Unerfahrene Autorinnen und Autoren neigen beim Signieren dazu, noch mal einen weiteren Roman zu verfassen. „Danke, Onkel Michael, dass du mit Ramona und Tante Hildegard zu meiner ersten Lesung gekommen bist. Ich war vorher soooo aufgeregt, aber dank euch hab ich es schließlich doch geschafft. Ihr seid die Besten!“ (Die Kringel anstelle der i-Punkte denkst du dir an dieser Stelle einfach dazu.) Onkel Michael, Ramona und Tante Hildegard werden sich über so eine ausführliche Ansprache sicher freuen, aber hinter ihnen warten noch Mutti, Opa und deine kleine Schwester am Signiertisch – also fass dich lieber etwas kürzer.

Bei Leserinnen und Lesern, die du bereits persönlich kennst (und das werden bei deinen ersten Lesungen die allermeisten sein), ist es schön, ein paar persönliche Worte hinzuzufügen, aber mach es nicht zu kompliziert. „Danke für deine Hilfe“, „Bis bald beim Handballtraining“ und „Für meine liebste Omi“ sind vollkommen ausreichend.


Viel Glück und Erfolg bei all deinen künftigen Lesungen!