Bildung statt Besitz: Antaris-Veranstalter Uwe Siebert




Wenn der Antaris-Veranstalter Uwe Siebert auf Reisen geht, nimmt er immer gerne ein bisschen mehr Bargeld mit – für alle Fälle. „Vielleicht fällt mir ja etwas besonders Schönes vor die Füße, zu dem ich nicht nein sagen kann.“ Einmal konnte er mit diesem Budget auch einen Freund freikaufen, der während seines DJ-Auftritts von der Polizei verhaftet worden war.



Vor drei Jahren zog es Uwe in den Senegal, denn dort lebt die kleine Nala, die er durch eine monatliche Patenspende in Höhe von 50 Euro bis zu ihrem achtzehnten Lebensjahr finanziell unterstützt.


(c) Uwe Siebert

Im Gepäck hatte er unter anderem eine Taschenlampe mit Handkurbel, ein französischsprachiges Buch über das Münsterland – seine Heimat – sowie diverse andere kleine Geschenke. Seine Mitbringsel stießen bei den Bewohnern des Dorfes in der Nähe von Thiès auf so viel Begeisterung, dass er gleich am nächsten Tag in die Stadt fuhr, um Obst, Reis und Gemüse für alle einzukaufen.

(c) Uwe Siebert

Voller Stolz nahm die siebenjährige Nala, die sich mit der ganzen Familie ein Bett in einer Lehmhütte teilt, ihren Patenonkel mit zur Schule. „Ich hab die Zustände gesehen und Zustände gekriegt“, berichtet Uwe erschüttert. „Es fehlte an allem.“

(c) Uwe Siebert

Erneut fuhr er los und packte den Jeep voll: kartonweise Kreide, Blei- und Buntstifte, Malblöcke, Schreibhefte, Kinderbücher für verschiedene Altersstufen als Grundstock für eine Schulbibliothek, Bälle, Springseile, Saatgut für den Schulgarten und Hygieneartikel.

Mit einem dreistelligen Betrag ermöglichte Uwe einer Schülerin die Gebissoperation. Einem besonders aufgeweckten Vierzehnjährigen finanzierte er einen Englischlehrgang an einer Privatschule, um ihm bessere berufliche Chancen in der Gastronomie zu verschaffen.

Das mitgebrachte Bargeld war anschließend fast vollständig aufgebraucht. „Mir hat nicht ein Euro wehgetan“, sagt der Antaris-Gründer. „Im Gegenteil. Ich fühlte mich wie befreit, wie auf Wolke sieben.“


(c) Uwe Siebert

Die muslimischen Bewohner des Dorfes zeigten ihre Dankbarkeit auf jede nur erdenkliche Weise und baten Uwe, zum Abschied eine Rede zu halten. „Ich wusste erst nicht so richtig, was ich sagen sollte – ich bin ja Christ.“ Doch dann verwies der Antaris-Organisator darauf, dass es für alle Menschen nur einen Gott gebe, ganz gleich, wie man Ihn nenne, und wenn es Sein Wille sei, so werde Uwe noch einmal in das Heimatdorf seines Patenkindes zurückkehren. „Ich brauche ein bisschen Glück mit meinen Veranstaltungen, dann komme ich wieder.“ Die Männer versprachen, für dieses Glück zu beten.

(c) Uwe Siebert

Ein bisschen weltliche Mitwirkung gehört aber natürlich auch dazu. Kommendes Jahr will Uwe erneut in den Senegal reisen, und er hat ehrgeizige Pläne: Die Erlöse aus der Jubiläums-Anthologie „Antaris-Highlights“ sollen in die Erweiterung der Schulbibliothek sowie in ein Solardach für das Schulgebäude fließen, über das die Lehrer ihre Mobiltelefone aufladen können. Eine langfristige Investition in die Bildung für Nala und ihr gesamtes Dorf! 

Kommentare

  1. Es gibt leider zu wenige wie IHN. Doch er ist wirklich so.Ihn zu kennen ist eine kleine Erleuchtung sich ein beispiel zu nehmen.

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  2. Das kann ich bestätigen , ob in Indien oder wie hier im Senegal , er hat ein Herz für die ärmsten Menschen.
    Aber leider sitzt es hin und wieder nicht am richtigen Platz , das ist dann menschlich aber auch schade.

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  3. Es würde bestimmt mehr Menschen geben wie Uwe.. wenn sie genug Geld übrig hätten...Ich frage mich wo sind die ganzen spenden Gelder.. die das eigentlich schon verbessern hätte sollen....Uwe macht das richtiger bringt das genau zu die die das auch brauchen....und one irgendwelche zwielichtige Menschen dazwischen 😉

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  4. Uwe der Gutmensch das ich nicht lache!
    Es gibt keine Veränderung durch
    Spenden. Es kann keine gesellschaft-
    lichen Veränderungen, nicht mal ir-
    relevante, geben. Mit dem Gedanken
    »Ich hab’s hier ja so gut!« geht meist
    auch einher: »Ich hab’s ja auch ver-
    dient!« Wir hier in Deutschland sind
    fleißig, wir machen das Richtige, wir
    stehen in einer guten Tradition. Das
    ist in Bildung und Erziehung tief ver-
    ankert. Was habe ich in Geschichte
    und Geographie gelernt? Welche Bücher habe ich gelesen? Überall wird uns vermittelt, uns ginge es gut, weil wir nun mal die Guten sind. Wir sind weiß, wir sind europäisch, wir sind die Entdecker*innen der sogenannten Dritten Welt, wir sind Förderer*innen und Entwickler*innen der Dritten Welt. So wird das vertikale Nord-Süd-Verhältnis weiter forciert.
    Lucia Muriel

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  5. Völlig richtig!!!
    Ich fühle mich befreit, wie auf Wolke sieben.

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  6. Genau, in den Senegal fliegen und dann ein bisschen spenden. Ein Hohn.

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